Osteopathie-BAO zertifiziert

Wir sind inzwischen 3 Osteopathen mit der BAO – Zertifizierung, d.h. wir erfüllen alle Richtlinien für die Krankenkassen.

Die Osteopathie betrachtet und behandelt den Körper des Menschen in seiner Gesamtheit. Osteopathen spüren Spannungsdifferenzen in den einzelnen Gewebsschichten auf, sowie die Zunahme und den Verlust geweblicher Aktivität und Elastizität, die sie mit speziell für die Osteopathie entwickelten Techniken behandeln.

Die Osteopathie ist ein Diagnose – und Behandlungs­verfahren, welches die Fähigkeit der Selbstregulation unterstützt.

Ziele einer osteopathischen Behandlung sind zum einen die Balance des vegetativen Nervensystems wieder herzustellen, das biomechanische Ungleichgewicht der artikulären und myofaszialen Gewebe und damit deren Bewegungsfunktionen zu verbessern, sowie die arterielle, venöse und lymphatische Funktion zu verbessern.

Beispiele der anatomischen Zusammenhänge

Zwischen dem Hinterhaupt und dem Schläfenbein liegt eine Knochennaht, die Sutura Occipito – Mastoidea (OMS). Über diese Naht zieht ein Muskel (m. sternocleidomastoideus / Kopfwendemuskel), den wir im Alltag ständig fordern. Dieser Muskel zieht zur Innenseite des Schlüsselbeins und zum Brustbein herunter. Computerarbeit, Schreibtischarbeit, oder Lesetätigkeit verspannt diesen Muskel, so dass ein Zug an der oben genannten Naht entsteht. Dadurch wird ein Gefäßloch irritiert (Foramen jugulare), wo (u.a.) der n. glossopharyngeus, n. accessorius und der n. vagus durchzieht. Der  n. accessorius versorgt diesen Kopfwendemuskel, sowie den Trapezius (Kapuzenmuskel) der über den Schulter – Nacken – Bereich zieht. Die Folge sind wiederkehrende Schulter – Nacken – Verspannungen. Da der n. vagus zum parasympathischen System des vegetativen Nervensystems gehört  und dieser sensibel alle Bauchorgane bis zur linken Darmflexur versorgt, wird es nicht nur schwer fallen in die Entspannung zu kommen, sondern auch Übelkeit und andere Symptome der Bauchorgane können die Folge sein.

Ein weiteres Beispiel

Die Radix mesenterii *(Mesenterialwurzel; „Aufhängeband des Dünndarms“), die den Dünndarm mit dem Dickdarm verbindet, zieht u.a. über wichtige zu- und ableitende Gefäße (Bauchaorta,Vena cava inferior). Wenn diese Radix verklebt, oder verspannt ist, so irritiert dies nicht nur den Dünn- und Dickdarm, sondern es kommt auch auf Gefäßebene zu Stauungen, z. B. in den Beinen.

Weitere Beispiele der anatomischen Zusammenhänge

Über die harte Rückenmarkshaut (Dura mata), die Hirn- und Rückenmark umschliesst, sind das Kreuzbein und der Schädel miteinander verbunden. Die Rücken­markshaut setzt an den Kopfgelenken und an der Vorderfläche des Kreuzbeines an. Wenn die Dura mata verspannt ist, überträgt sich diese Spannung auf das gesamte System (Körper). Zudem bewegen sich bestimmte Knochen nicht mehr in der richtigen „Phase“ (biomechanische Korrellation/z. B. Schläfenbein und Hinterhaupt).

Es verzieht sich z. B. das Schläfenbein (Temporale) durch verspannte Nacken- oder Kaumuskeln. Das Schläfenbein ist stark abhängig von der Bewegung des Hinterhaupts (Occiput). Da das Schläfenbein und der Hinterhaupts­knochen (innen) eine wichtige Anheftungsstelle für die Membranen bieten (Falx cerebri und Tentorium cerebelli) überträgt sich die Fixierung der genannten Knochen auf die Membranen.

Daraus resultieren viele verschiedene Symptome, da Nerven und Gefäße nun einer größeren Spannung unterliegen: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Gleichgewichtsprobleme, Druckgefühl im Schädel und der Augenregion, Tinnitus, Irritation des Trigeminusnervs (Ganglion Trigeminale), Beeinträchtigung des Gehörs (Irritation des Nervus vestibulocochlearis – er leitet die von den inneren Haarzellen kommenden elektrischen Impulse zum Hirnstamm auf die Hörbahn, Veränderungen des Geschmackssinns (Irritation des n. facialis ) und der Tränendrüsen ( Ganglion pterygopalatinum in der Flügelgaumengrube), das Gefühl nicht entspannen zu können, wiederkehrende Gelenkblockaden im gesamten Körper auch der Ileo-Sacral-Gelenke (ISG`s).

Die Niere ist über den Harnleiter mit der Blase verbunden. Sie nutzt einen Muskel (den m. ileopsoas / Hüftbeugemuskel) als Gleitschiene. Wenn nun der m. ileopsoas verspannt ist, oder die Nierengefäße unter Spannung stehen (was zu arteriellen Blutdruckproblemen führen kann), entsteht ein Zug auf die Niere und den Harnleiter. Da die Niere von einer Faszie umgeben wird und diese am Zwerchfell fixiert ist, kann durch ein verspanntes Zwerchfell ebenfalls die Niere beinträchtigt werden. Die Niere, welche normalerweise bei der Einatmung nach unten aussen zieht/kippt und bei der Ausatmung nach oben/innen, verliert ihre Mobilität. Nerven (n. subcostalis,n. ileoinguinalis, n. ileohypogastricus) können irritiert werden, was entweder zu Kribbeln oder Schmerzen im Rippenbogenbereich, Unterbauch, Hüfte, Genitalbereich oder auch die Innenseite des Knies betreffen. Aber auch die Blase kann durch diese Zusammenhänge mitreagieren (Zug nach oben).

 

Das Fasziendistorsionsmodell ( FDM ) ist eine gute Ergänzung zur Osteopathie. Es ist ebenfalls ein Diagnose und Therapieverfahren, das von Störungen in den Faszien ( Bindegewebe ) als Ursache  ausgeht. Mittels manueller Techniken werden nach Angabe der Beschwerden und Symptome die rigiden Faszien balanciert. Der amerikanische Arzt  und Osteopath Stephen Typaldos D.O.  hat dieses Verfahren 1991 entwickelt.